zurück Home Gerichtsmedizin und Rechtsmedizin
allgemeines Die Rechtsmedizin regelt Rechte und Pflichten von Medizinern und Patienten. Die Gerichtsmedizin dient in der Rechtsprechung zur Wahrheitsfindung,  z.B. bei Gewaltverbrechen.
Gerichtsmedizin Leichenschau, Gewalteinwirkung, forensische Toxikologie, Gewaltopfer
Kriminalistik Fingerabdrücke, Daktyloskopie Die Handinnenflächen und Fußsohlen sind mit kleinen leistenartigen Erhebungen der Lederhaut überzogen ist, zwischen denen feine Rillen verlaufen. Die Fingerabdrücke bilden sich beim Fötus während des dritten und vierten Schwangerschaftsmonats.
Sie verändern sich nie. Nach Verletzungen bilden sie sich identisch nach oder ergeben charakteristische Narben. Klassifizierung nach Sir Edward Henry
  • runder Bogen
  • spitzer Bogen
  • radiale Schlinge
  • tangentiale Schlinge
  • Spirale.
Sichtbarmachung mit färbenden Pulvern
  • Orangenes Holi-Pulver (UV-be- leuchtet) auf einer Spiegelrückseite
  •  Eisenpulver auf Glas
  •  Kurkuma auf Aluminium.
wichtige Gesetze
  • BGB: Bürgerliches Gesetzbuch
  • StGB: Strafgesetzbuch
  • BDSG: Bundesdatenschutzgesetz
  • SGB: Sozialgesetzbuch
  • (M)BO-Ä: (Muster-)Berufsordnung der Ärzte
  • IfSG: Infektionsschutzgesetz
  • RöV: Röntgenverordnung
  • StrlSchV: Strahlenschutzverordnung
  • MPG: Medizinproduktegesetz
  • BMV-Ä: Bundesmantelvertrag-Ärzte
  • TFG: Transfusionsgesetz
  • AMVSG: Arzneimittelversorgungs-Stärkungs-Gesetz
Verbrechen
Behandlungsfehler 2020 BRD 14.042 Gutachten
  • 70,8 % kein Behandlungsfehler
  • 3,9 % Fehler ohne Schaden
  • 25,3 % Behandlungsfehler und Schaden
    • 21,1 % Kausalität nachgewiesen
    • 3,9 % Kausalität unklar
    • 1,4 % keine Kausalität
Medizinprodukte Für diagnostische oder therapeutische Zwecke am Menschen vom Hersteller bestimmt. Medizinprodukte können sein:
  • Instrumente, z.B. chirurgische Messer
  • Apparate, z.B. EKG, Röntgen
  • Vorrichtungen, z.B. Rollstuhl
  • Software
  • Stoffe, z.B. Medikamente, Desinfektionsmittel
  • Zubereitungen aus Stoffen
Zweck von Medizinprodukten
  1. Krankheiten:
    • Erkennung
    • Verhütung
    • Überwachung
    •  Behandlung
    •  Linderung
  2. Verletzung, Behinderung:
    • Erkennung
    • Überwachung
    • Behandlung
    • Linderung
    • Kompensierung
  3. Anatomischer Aufbau, physiologischer Vorgang
    • Untersuchung
    •  Ersetzung
    • Veränderung
  4. Empfängnisregelung
Aufbewahrungsfristen
30 JahreRöntgen, Strahlentherapie
15 JahreBerufgenossenschaft, D-Arzt, H-Arzt
10 JahreArztbriefe, EKG, ambulante OPs, Buchhaltungsbelege (Abgabenordnung)
3 JahreGesundheitsamt, BTM-Dokumente
2 Jahredatenverarbeitendes Abrechnungsverfahren
1 JahrArbeitsunfähigkeitsbescheinigungen
Verjährung 3 Jahre Beginnt erst zu laufen, wenn der Patient Kenntnis vom Fehler des Arztes hat.
Aufklärung (4) Medizinische Eingriffe (Operation, Bestrahlung, Medikamentengabe) sind nach deutschem Recht straffrei geduldete Körperverletzungen. Die Straffreiheit erlischt, wenn keine rechtsgültige Aufklärung vor dem Eingriff erfolgte. Eine Aufklärung umfasst weit mehr als nur eine Risikoaufklärung.
  • Diagnoseaufklärung
  • Verlaufs- und Prognoseaufklärung
  • Grundaufklärung
  • Behandlungsalternativen
  • technische Behandlungsmöglichkeiten
  • Risikoaufklärung
  • Nutzen - Risiko - Abwägung
  • Sicherungsaufklärung: Verhalten während einer Behandlung
  • Nachsorgeaufklärung
Ethik Deontologen: die Beweggründe einer Handlung werden ins Urteil einbezogen. Utilitaristen: der Fokus liegt auf den Konsequenzen der Handlung.
Patientenverfügung DIPAT Online-Interview: ermittelt den Behandlungswillen und erstellt eine präzise Patientenverfügung. Durch einen Code-Aufkleber auf der Versichertenkarte ist die Patientenverfügung abrufbar.
Schweigepflicht Der Arzt ist verpflichtet, persönliche Informationen von Patienten geheim zu halten. Die postmortale ärztliche Schweigepflicht ist im Strafgesetzbuch § 203 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 4 StGB geregelt. Das Zeugnisverweigerungsrecht ist in der Strafprozessordnung § 53 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StPO und der Zivilprozessordnung § 383 Abs. 1 Nr. 6 ZPO geregelt.
Quelle 1.) Grassberger M, et al.:
Klinisch-forensische Medizin.
Springer 2013

2.) Dilger M, et al.:
Rechtsmedizin interaktiv.
2. Auflage, Schattauer Verlag 2012 DVD

3.) Konrad N, Rasch W:
Forensische Psychiatrie.
4. Auflage Kohlhammer Verlag2014

4.) Sack H, Deutsch E, Sauerwein W:
Arbeitstagung "Radioonkologie und Recht".
Strahlenther Onkol 1998;174:391-396

5.) Laufs A, et al.:
Arztrecht.
NJW Praxis.
7. Auflage, C H Beck Verlag 2015

6.) Dörfler H, et al.:
Medizinische Gutachten.
Springer 2015

7.) Berg D, Ulsenheimer K, Bauer H, et al.:
Medizin.Recht
2013,Verlag: Kramarz, Susanne
ISBN: 3941130110

8.) Becher S, Ludolph E:
Grundlagen der ärztlichen Begutachtung.
2. Auflage, Thieme 2016

9.) Medizinrecht Saarland
Blog von RA Dr. Wölk

10.) Gerichtssachverständigen- und Gerichtsdolmetscherliste Österreich

11.) Zoglauer T:
Ethische Konflikte zwischen Leben und Tod.
der blaue reiter, Hannover 2017

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